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Rollen verschwinden
KI übernimmt Tätigkeiten, die gestern noch ganze Berufsbilder definiert haben. Was bleibt, wenn die Rolle wegfällt, sind Fähigkeiten – Urteilsvermögen, Kreativität, Empathie, ethisches Handeln.
NW34.org / New work 2034
KI beeinflusst nicht nur, was wir arbeiten – sondern auch ob und wie wir arbeiten. Was bleibt, wenn Maschinen unsere Rollen übernehmen? Fähigkeiten. Urteilsvermögen. Empathie. Ethik. Und die Frage, wie wir sie neu kombinieren.
NW34 ist ein sozioökonomischer Think Tank, der erforscht und erarbeitet, wie sich unsere Gesellschaft in Sachen Arbeit und Zusammenarbeit grundlegend anders organisieren kann.
Abstrakte Visualisierung des Wandels: Links ein klassisches Organigramm mit Jobtiteln, das sich fragmentiert und auflöst. Rechts entstehen aus den Einzelteilen fließende Netzwerk-Cluster aus menschlichen Fähigkeiten – Urteilsvermögen, Kreativität, Empathie, Zusammenarbeit. Querformat 16:9, Farbgebung in Salbeigrün und warmem Sand.
Der Umbruch
KI macht uns nicht überflüssig – aber sie macht unsere Rollen überflüssig. Was übrig bleibt, sind menschliche Fähigkeiten, die neu zusammengesetzt werden müssen. Dafür fehlen Strukturen. Dafür fehlt ein Modell. Dafür fehlt ein Gespräch.
01
KI übernimmt Tätigkeiten, die gestern noch ganze Berufsbilder definiert haben. Was bleibt, wenn die Rolle wegfällt, sind Fähigkeiten – Urteilsvermögen, Kreativität, Empathie, ethisches Handeln.
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Hierarchien, Abteilungen und Stellenbeschreibungen stammen aus einer Welt, in der Arbeit vorhersehbar war. In einer Welt, in der sich Aufgaben schneller ändern als Organigramme, braucht es neue Formen.
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Millionen von Menschen haben Fähigkeiten, Zeit und Motivation – aber keinen Rahmen, um sie sinnvoll zu kombinieren. Fragmentierte Kapazität ist das größte verschwendete Gut unserer Wirtschaft.
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Wenn Arbeit sich über Projekte, Beiträge, Rollen und Systeme verteilt, wird auch Einkommen vielfältiger. Es braucht klare Modelle, um Leistung, Verantwortung und Wertbeiträge fair zu verstehen, zu bewerten und zu vergüten.
Das sind keine Trends, die sich erst ankündigen. Sie sind bereits in Gang. Die meisten Organisationsformen, mit denen wir heute arbeiten, wurden für eine andere Welt gebaut – und diese Welt gibt es so nicht mehr.
Unsere These
Nicht noch ein Productivity-Tool. Nicht noch ein Org-Chart. Sondern die Frage: Wie organisieren sich Menschen, deren Rollen sich schneller ändern als jedes Unternehmen reagieren kann?
Erst wenn alle vier Dimensionen zusammenwirken, entsteht ein Modell, das wirklich anders ist – kein Startup, keine Agentur, keine klassische Genossenschaft, sondern eine dritte Form.
Menschen definieren sich nicht mehr über Jobtitel, sondern über das, was sie einzigartig gut können. Organisationen müssen lernen, Fähigkeiten flexibel zu kombinieren statt Stellen zu besetzen.
Wenn sich Anforderungen schneller ändern als Entscheidungswege lang sind, funktioniert Top-down nicht mehr. Es braucht Strukturen, die Verantwortung verteilen und Entscheidungen dort treffen, wo das Wissen sitzt.
KI ist nicht nur ein Werkzeug, das Aufgaben beschleunigt. Sie kann in klar definierten Mandaten selbst organisatorisch handeln – analysieren, routen, konsolidieren, Workflows auslösen.
Wer Fähigkeiten einbringt, soll am Wert beteiligt werden, der daraus entsteht – unabhängig davon, ob jemand Vollzeit arbeitet, gründet oder wenige Stunden pro Woche beiträgt.
Woher das kommt
Am Anfang stand eine einfache Beobachtung: Gute Ideen scheitern nicht an Kreativität, sondern daran, dass kein passendes Team, keine Struktur und kein fairer Rahmen existiert. Der Versuch, das zu lösen, führte tiefer – zu der Frage, warum wir Arbeit überhaupt so organisieren, wie wir es tun.
Daraus entstand ein Manifest: 16 Module, die von der gesellschaftlichen Problemanalyse über Governance und Selbstorganisation bis zu KI-Rollen und Beteiligungslogik reichen. Ehrlich gesagt eher ein Brain Dump als ein fertiges Werk. Genau deshalb suchen wir Menschen, die mitdenken.
„Gute Ideen scheitern nicht an Kreativität. Sie scheitern daran, dass der Rahmen fehlt – und dass niemand ihn bisher gebaut hat.
Eine Whiteboard-Skizze: Links ein einzelner Punkt (die Idee), rechts ein funktionierendes Team und Produkt. Dazwischen: Leere, gestrichelte Linie, Fragezeichen – die fehlende Infrastruktur, die dieses Manifest überbrücken will. Stimmung: nachdenklich, explorativ. Gedämpfte Farben oder Schwarz-weiß.
Das Manifest
Von der gesellschaftlichen Analyse über Genossenschaftslogik und KI-Governance bis zum konkreten Zielbild – als Einladung zum Weiterdenken, nicht als abgeschlossenes Programm.
Modul 01
Die Grundthese: Gute Ideen sollen nicht daran scheitern, dass gerade kein perfektes Team existiert.
Modul 02–03
Warum zwischen Idee und Unternehmen ein ganzer Mechanismus fehlt – und was an seine Stelle treten könnte.
Modul 04–05
Was ein hybrides Venture-Kollektiv ist, warum es genau jetzt realistisch wird und welche Kräfte dafür arbeiten.
Modul 06–07
Wie Ideen in 5-Wochen-Sprints getestet werden und wie KI nicht nur Werkzeug, sondern Organisationsakteur wird.
Modul 08–09
Was verschiedene Zielgruppen gewinnen und wie Genossenschaft plus FlexCo als zweischichtiges Modell funktionieren.
Modul 10–12
Kreise statt Abteilungen, Consent statt Abstimmung, beitragsbasierte Vergütung statt hierarchischer Gehaltsbänder.
Modul 13–16
Was möglich ist, was schiefgehen kann und wie der Weg von der ersten Idee zum gesellschaftlich relevanten Modell aussieht.
Wo wir stehen
Wir befinden uns am Anfang. Das Manifest existiert. Die Idee ist formuliert. Was jetzt fehlt, sind andere Perspektiven – und dann ein erstes reales Experiment.
Horizontale Zeitlinie mit vier markierten Phasen: 01 Manifest formen (aktiv, hervorgehoben in Salbeigrün), 02 Erstes Projekt starten, 03 Ausweiten und lernen, 04 Neue Arbeit ermöglichen. Erste Phase als 'Jetzt' markiert. Reduzierte Darstellung, klare Typografie.
01
Das Manifest existiert als umfangreicher Entwurf – 16 Module, die von der gesellschaftlichen Problemanalyse über Governance bis zur KI-Rolle reichen. Was fehlt: die Perspektiven anderer. Wir suchen Menschen, die dieses Denken herausfordern, erweitern und schärfen.
02
Die Ideen bleiben Theorie, bis sie an einem realen Vorhaben getestet werden. In einem ersten 5-Wochen-Sprint wollen wir zeigen, dass Fähigkeiten neu kombiniert, fair beteiligt und KI-nativ organisiert werden können.
03
Jedes Projekt erzeugt Wissen, Infrastruktur und Erfahrung, die das nächste schneller und besser machen. Von einem ersten Experiment zu einem Modell, das andere übernehmen und weiterentwickeln können.
04
Das Ziel ist eine neue Art zu arbeiten: vernetzter, selbstorganisierter, fairer vergütet und offen für verteilte Beiträge. Wenn das gelingt, entsteht aus NW34 ein praktisches Modell dafür, wie Arbeit in KI-Zeiten organisiert werden kann.
Wer fehlt
Nicht nur Builder. Nicht nur Gründer:innen. Sondern Menschen, die die Art infrage stellen, wie wir Arbeit organisieren – und bereit sind, an einer Alternative mitzuarbeiten.
Was Mitdenken heißt: keine Vollzeitverpflichtung, kein Bewerbungsgespräch. Ein bis drei Stunden pro Woche – Lesen, Kommentieren, Widersprechen, Mitgestalten. Wer dabei ist, wenn das Modell entsteht, formt auch mit, was daraus wird.
Menschen, die organisationale, soziale oder ökonomische Modelle hinterfragen und weiterdenken können.
Arbeitsrecht, Genossenschaftswesen, Organisationsdesign, Sozialwissenschaft, Governance – Wissen, das unser Denken erdigt.
Menschen, die KI-native Arbeitsweisen nicht nur verstehen, sondern praktisch umsetzen und gestalten wollen.
Menschen, die in Genossenschaften, Kooperativen, selbstorganisierten Teams oder ungewöhnlichen Strukturen gearbeitet haben – und wissen, was funktioniert und was nicht.